Das Netzwerk “Ihr letzter Weg” wurde 2018 gegründet. Unser Anliegen ist, daran zu erinnern, dass allein aus Berlin mehr als 50.000 Jüdinnen und Juden deportiert worden. Der letzte Weg dieser Menschen begann für sie am Sammellager, von dem sie zum Deportationsbahnhof gingen oder gefahren wurden. Die meisten von ihnen sind bald darauf in den Konzentrationslagern und Ghettos von den Nazis ermordet worden.
Vom Güterbahnhof Moabit wurden mehr als die Hälfte der Berliner Juden deportiert. Viele von ihnen waren vorher im Sammellager in der Synagoge Levetzowstraße. In Gruppen von einigen hundert bis zu tausend Menschen gleichzeitig wurden sie quer durch den Stadtteil getrieben – tagsüber, vor den Augen der Bevölkerung.
Wir möchten diesen Weg dauerhaft kennzeichnen, beispielhaft für alle Deportationswege, die diese Opfer der NS-Rassenpolitik gehen mussten.

Dazu hat der Bezirk Mitte einen Wettbewerb geplant, in dem Künstler*innen Vorschläge für die Gestaltung einer solchen Kennzeichnung einbringen können. Bislang ist jedoch nur die Finanzierung des Wettbewerbs gesichert, nicht jedoch die Umsetzung der Kennzeichnung. Diese soll nach Vorstellung des Bezirks vom Senat organisiert werden, vermutlich mit Lottomitteln.